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Sommerreifen

Sommerreifen sind für Temperaturen ab etwa 7 °C gebaut und bremsen auf trockener wie nasser Straße am besten. Hier erfahren Sie, wann der Wechsel sinnvoll ist, wie viel Profil Sie brauchen, woran Sie Reifentests lesen und mit welchen Preisen Sie 2026 rechnen müssen.

Nahaufnahme eines Sommerreifens mit breiten Längsrillen auf nassem Asphalt

Was Sommerreifen auszeichnet

Ein Sommerreifen ist für Wärme gebaut: Er soll auf trockener und nasser Fahrbahn präzise lenken, kurz bremsen und lange halten. Den Unterschied macht vor allem die Gummimischung. Sie ist härter als bei einem Winterreifen und bleibt auch auf heißem Asphalt formstabil, während ein Winterreifen bei Hitze schmiert und schnell verschleißt. Fällt die Temperatur unter etwa 7 °C, verhärtet die Sommermischung und verliert Haftung. Den Aufbau eines Reifens von der Lauffläche bis zur Karkasse erklärt der Überblick zu Reifen.

Das Profil folgt derselben Logik. Große, steife Profilblöcke mit wenigen Lamellen halten den Reifen auf trockener Straße ruhig, breite Längsrillen leiten Wasser nach hinten ab und zögern Aquaplaning hinaus. Ein Allwetterreifen mit seinen feineren Einschnitten verdrängt Wasser meist nicht ganz so gut. Einen reinen Sommerreifen erkennen Sie an drei Merkmalen:

  • Auf der Flanke fehlt das Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke).
  • Das Profil zeigt breite Rillen und kompakte Blöcke statt vieler feiner Einschnitte.
  • Eine Aufschrift wie „Winter“ oder „All Season“ fehlt.

Sommerreifen oder Ganzjahresreifen

Die Frage taucht jedes Frühjahr auf, und die ehrliche Antwort lautet: Es hängt davon ab, wo und wie viel Sie fahren. Bei Wärme schlägt der Sommerreifen den Allwetterreifen in fast jeder Disziplin, am deutlichsten beim Bremsen auf nasser Fahrbahn und beim Verschleiß. Der Ganzjahresreifen dagegen erspart Ihnen den Wechsel und ist bei Schnee besser als jeder Sommerreifen. Die Tabelle zeigt, wo die Unterschiede liegen.

KriteriumSommerreifenGanzjahresreifen (mit Alpine-Symbol)
Gummimischunghart, auf Wärme ausgelegtKompromiss, bei Kälte geschmeidiger als die Sommermischung
Einsatzbereichab etwa 7 °C, trocken und nassganzjährig, mit Schwächen bei Hitze und strengem Frost
Profilgroße Blöcke, wenige Lamellen, breite Rillenmehr Lamellen, feinere Blöcke
Bremsen im Sommerstärkste Haftung, besonders nassmeist etwas schwächer
Schnee und Glätteungeeignet, bei Glätte ein Verstoßzulässig und brauchbar, der Winterreifen bleibt besser
Verschleiß bei Wärmegeringmeist höher
Wechsel pro Jahrzweimal (mit Zweitsatz)entfällt
Sommerreifen und Ganzjahresreifen im Vergleich.

Unsere Einschätzung ist eindeutig: Für den Stadtwagen im Flachland mit 8.000 Kilometern im Jahr ist der Allwetterreifen oft die vernünftigere Wahl. Wer regelmäßig Autobahn fährt, einen leistungsstarken Wagen bewegt oder im Mittelgebirge wohnt, bleibt besser bei zwei Sätzen. Was die Variante mit nur einem Satz in Euro kostet, rechnen wir über vier Jahre vor.

Wann auf Sommerreifen wechseln

Die klassische Regel heißt „von O bis O“: von Oktober bis Ostern Winterreifen, den Rest des Jahres Sommerreifen. Sie ist eine Eselsbrücke, kein Gesetz. Eine feste Wechselfrist kennt das deutsche Recht nicht, es kommt allein auf die Straßenverhältnisse an. Sie dürfen also im März auf Sommerbereifung umrüsten, wenn es mild bleibt, und müssen im November nicht auf Winterreifen stehen, solange die Straßen trocken sind.

Oft hört man die Faustregel 7 °C. Ab dieser Temperatur bremst der Sommerreifen besser als der Winterreifen, darunter kehrt sich das Verhältnis um. Entscheidend sind Morgen und Abend, nicht die Tageshöchstwerte: Ein Nachmittag mit 14 °C nützt wenig, wenn Sie um 6 Uhr bei 1 °C auf die Landstraße einbiegen. Auch das Kalenderdatum trügt. Ostern fällt 2026 auf den 5. April, 2027 aber schon auf den 28. März, und Ende März ist es nachts vielerorts noch frostig.

Matthias Köhler kennt das aus zwanzig Jahren Werkstatt. Ein Pendler aus dem Calenberger Land ließ am Karfreitag umrüsten, bei 14 °C und Sonne. Zwei Wochen später lag um halb sieben Reifglätte auf der Landstraße, der Wagen schob über die Vorderachse in den Graben. Es blieb bei einem Blechschaden, der Bußgeldbescheid kam trotzdem.

„Warten Sie auf die erste Woche, in der es morgens nicht mehr unter 7 Grad geht. Dann ist der Termin entspannt, und der Reifen arbeitet dort, wo er hingehört.“

Matthias Köhler, Kfz-Meister, Hannover

Wie der Radwechsel abläuft, was er in der Werkstatt kostet und wie Sie Termine klug legen, steht beim Reifenwechsel. Für das Frühjahr gilt: Buchen Sie vor den Osterferien, nicht in der Woche davor.

Sommerreifen im Winter: erlaubt, aber mit Grenzen

Sommerreifen im Dezember sind nicht verboten. Solange die Straße trocken oder nur nass ist, begehen Sie keine Ordnungswidrigkeit. Die Grenze zieht § 2 Abs. 3a StVO: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur fahren, wenn alle Reifen dafür geeignet sind. Seit dem 1. Oktober 2024 heißt das: Alpine-Symbol, M+S allein genügt nicht. Ein reiner Sommerreifen erfüllt diese Bedingung nie.

Fahren Sie bei solchen Verhältnissen trotzdem auf Sommerbereifung, kostet das 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Behindern Sie andere, sind es 80 Euro, bei Gefährdung 100 Euro, bei einem Unfall 120 Euro. Als Halter zahlen Sie 75 Euro, wenn Sie die Fahrt angeordnet oder zugelassen haben. Die ganze Staffel steht in der Bußgeldtabelle bei den Winterreifen.

Auch ohne Schnee lohnt die Sommerbereifung im tiefen Winter nicht. Unterhalb von 7 °C lässt die Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn nach, der Bremsweg wird länger, Lenkbefehle kommen verzögert an. Rechtlich ist das in Ordnung, technisch fährt der Reifen dann außerhalb seines Arbeitsbereichs.

Profiltiefe bei Sommerreifen

Das Gesetz verlangt 1,6 mm Mindestprofiltiefe in den Hauptrillen (§ 36 Abs. 2 StVZO). Wer darunter fährt, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt. Sicher ist ein Reifen mit 1,6 mm aber lange nicht mehr: Auf nasser Fahrbahn wächst der Bremsweg schon unterhalb von 3 mm spürbar, und die Reserve gegen Aquaplaning schmilzt. Deshalb lautet die Empfehlung für den Sommer 3 mm, bei viel Regen und Autobahn eher mehr.

Messen Sie mit einem Profiltiefenmesser, den es für wenige Euro gibt. Als Schnellcheck taugt eine 1-Euro-Münze: Verschwindet ihr goldener Rand in der Hauptrille vollständig, haben Sie mehr als 3 mm. Messen Sie an mehreren Stellen, denn Reifen laufen oft innen und außen verschieden ab. Wie Messung, Verschleißanzeiger (TWI) und Reifenalter zusammenhängen, steht bei der Profiltiefe.

„An den 1,6 Millimetern scheitern bei mir weniger Reifen als an Rissen in der Flanke und an einem Herstellungsdatum, das zwölf Jahre zurückliegt. Das Alter wird unterschätzt.“

Jens Wiegand, Kfz-Prüfingenieur, Hannover

Die gängige Empfehlung lautet: ab sechs Jahren jährlich prüfen lassen, spätestens nach zehn Jahren ersetzen, auch bei gutem Profil. Das Herstellungsdatum steht in der vierstelligen DOT-Nummer, etwa „3526“ für die 35. Woche des Jahres 2026.

Sommerreifen-Tests 2026: Worauf Tester achten

Jedes Jahr veröffentlichen der ADAC, AUTO BILD und andere Magazine Reifentests, und jedes Jahr entsteht daraus dasselbe Missverständnis: Der Testsieger sei „der beste Reifen“. Tatsächlich gilt das Ergebnis nur für die getestete Größe. Der ADAC ließ im Februar 2026 sechzehn Sommerreifen in 225/50 R17 antreten, einer typischen Mittelklasse-Größe. Wer 195/65 R15 fährt, kann aus dieser Tabelle Tendenzen ablesen, mehr nicht.

Was die Prüfer messen, ist weitgehend einheitlich: Bremsen und Handling auf trockener und nasser Fahrbahn, Aquaplaning, Laufleistung und Kraftstoffverbrauch. Das EU-Reifenlabel nach Verordnung (EU) 2020/740, seit dem 1. Mai 2021 Pflicht, deckt davon nur einen Teil ab: Rollwiderstand und Nasshaftung in den Klassen A bis E, das Außengeräusch in Dezibel mit den Klassen A bis C. Handling, Verschleiß und Aquaplaning stehen nicht darauf. So lesen Sie einen Test sinnvoll:

  • Prüfen Sie zuerst die getestete Größe und den Geschwindigkeitsindex.
  • Schauen Sie sich Nassbremsen und Aquaplaning einzeln an, nicht nur die Gesamtnote.
  • Beziehen Sie Laufleistung und Preis ein: Ein Reifen, der kurz bremst, aber früh abgefahren ist, wird teuer.
  • Achten Sie auf das Testdatum, denn Hersteller bringen regelmäßig Nachfolger.

„Die Gesamtnote ist ein Mittelwert, und Mittelwerte verstecken Schwächen. Ich schaue zuerst auf Nassbremsen und Aquaplaning. Dort entscheidet sich, ob der Reifen einen Unfall verhindert.“

Matthias Köhler, Kfz-Meister, Hannover

Sommerreifen kaufen: Preise nach Größe

Die Preisspanne ist größer, als viele erwarten: Für dieselbe Größe liegt zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell leicht der Faktor zwei. Die Tabelle nennt Richtwerte für 2026, jeweils pro Reifen und ohne Montage. Händler, Aktionen und Jahreszeit verschieben die Zahlen, als Orientierung reichen sie.

GrößeTypisches FahrzeugBudgetQualityPremium
185/65 R15Kleinwagen40 bis 55 €55 bis 70 €70 bis 95 €
195/65 R15Kompaktklasse, ältere Modelle45 bis 60 €60 bis 80 €80 bis 105 €
205/55 R16Kompaktklasse50 bis 70 €70 bis 90 €90 bis 125 €
225/50 R17Mittelklasse70 bis 95 €95 bis 125 €120 bis 165 €
235/55 R18SUV90 bis 120 €120 bis 160 €155 bis 220 €
Richtwerte 2026 pro Sommerreifen, Stückpreis ohne Montage.

Dazu kommen Montage und Wuchten mit 15 bis 30 Euro je Reifen, neue Ventile und die Entsorgung der Altreifen. Bei Fahrzeugen mit Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS, Pflicht für Neuwagen seit dem 1. November 2014) müssen die Sensoren angelernt werden. Fragen Sie vorher nach dem Komplettpreis, sonst überrascht Sie die Rechnung.

Pflege und Lagerung im Winter

Wenn die Sommerräder im Oktober abgenommen werden, beginnt der Teil, der über ihre Lebensdauer mitentscheidet: die Lagerung. Gummi altert durch Licht, Wärme, Ozon und Öl. Ein dunkler, kühler, trockener Keller ist ideal, der Gartenschuppen in der Sonne weniger, die Garage mit Benzinkanister ungünstig. Reinigen Sie die Reifen vorher mit Wasser und Bürste, aber ohne Reifenglanz, und lösen Sie Steinchen aus dem Profil.

  • Markieren Sie die Position (VL, VR, HL, HR), damit Sie beim nächsten Mal wissen, wo jedes Rad saß.
  • Räder mit Felge lagern Sie liegend gestapelt oder hängend, mit etwa 0,5 bar mehr Luftdruck.
  • Reifen ohne Felge stehen aufrecht und werden gelegentlich gedreht.
  • Verpacken Sie die Reifen nicht luftdicht in Folie, ein Reifensack darf atmen.
  • Prüfen Sie vor dem nächsten Aufziehen Profil, Flanken, DOT-Nummer und Luftdruck.

Wer keinen Platz hat, lagert beim Händler ein: Die Werkstatt verlangt dafür meist 30 bis 80 Euro pro Saison. Das lohnt sich vor allem bei Rädern auf Alufelgen, die Sie nicht im Treppenhaus stapeln möchten.

Häufige Fragen zu Sommerreifen

Ab wie viel Grad fahren Sie mit Sommerreifen?

Als Faustregel ab etwa 7 °C. Darunter verhärtet die Sommermischung, und der Winterreifen bremst besser. Entscheidend sind die Morgentemperaturen, nicht die Tageshöchstwerte. Die O-bis-O-Regel (Oktober bis Ostern) liefert nur einen groben Rahmen, ein gesetzliches Datum für den Wechsel gibt es nicht.

Dürfen Sie im Winter mit Sommerreifen fahren?

Ja, solange die Straße frei von Schnee, Eis und Reifglätte ist. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte schreibt § 2 Abs. 3a StVO Reifen mit Alpine-Symbol vor. Sommerreifen haben es nicht. Der Verstoß kostet 60 Euro und einen Punkt, bei Behinderung, Gefährdung oder Unfall bis zu 120 Euro.

Wie viel Profil müssen Sommerreifen haben?

Gesetzlich gelten 1,6 mm nach § 36 StVZO, gemessen in den Hauptrillen. Empfohlen werden 3 mm, weil Bremsweg und Aquaplaning-Reserve auf nasser Straße darunter deutlich schlechter werden. Wer die Grenze unterschreitet, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Messen können Sie mit Profiltiefenmesser oder 1-Euro-Münze.

Wie alt dürfen Sommerreifen sein?

Ein gesetzliches Höchstalter gibt es für Pkw-Reifen nicht. Die gängige Empfehlung lautet: ab sechs Jahren jährlich prüfen lassen und spätestens nach zehn Jahren ersetzen, auch bei gutem Profil. Das Alter lesen Sie an der vierstelligen DOT-Nummer ab, sie nennt Woche und Jahr der Herstellung.

Was kosten Sommerreifen 2026?

In der Kompaktklasse (205/55 R16) liegen Budgetreifen bei 50 bis 70 Euro, Quality-Reifen bei 70 bis 90 Euro und Premiumreifen bei 90 bis 125 Euro pro Stück. Dazu kommen Montage und Wuchten mit 15 bis 30 Euro je Reifen. SUV-Größen wie 235/55 R18 kosten deutlich mehr.